zum Inhalt springen

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Hier werden die wichtigsten Fragen zu den Themen „Blühfläche” und „Wohnstätte” in der Stadt gesammelt. Wir wollen uns zur Förderung der Artenvielfalt in der Stadt auf diese beiden Themen konzentrieren und haben dazu einen Anfang mit Fragen und Antworten erstellt. Zu vielen Fragen gibt es natürlich auch ausführlichere Antworten auf anderen Seiten der Homepage.

Ihr habt eine Frage, deren Antwort euch brennend interessiert? Nutzt dazu bitte das Kontaktformular! Die Liste wird mit einer Auswahl der eingeschickten Fragen ergänzt.

Was ist eine Blühfläche?

Unter Blühfläche verstehen wir alle Blütenpflanzen, die heimischen Insekten Nahrung bieten – und dabei unser Auge erfreuen. Das kann das Balkonkisterl sein, die Baumscheibe, der Schulgarten, die Hausfassade oder jeder andere geeignete Ort, an dem etwas blüht. Am besten heimisch, ohne Torf und ohne Pestizide!

Was ist eine Wohnstätte?

Unter Wohnstätte verstehen wir alle Orte in der Stadt, die von Tieren als Lebensraum genutzt werden. Fledermäuse nutzen oft enge Spalten, um sich zurückzuziehen und zu schützen. Manche Vogelarten brüten in Fassadennischen oder unter dem Dach. Wildbienen suchen sich kleine Löcher für ihre Brut. Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie Tiere zu Nachbarn werden.

Naturschutz gibt’s auch in der Stadt?

Der Siedlungsraum trägt immer wesentlicher zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Die Stadt Wien entwickelt seit vielen Jahren das Netzwerk Natur, ein spezielles Arten- und Lebensraumschutzprogramm, denk dem bereits viele Projekte erfolgreich umgesetzt wurden.

Was sind Baumscheiben?

Baumscheiben sind unversiegelten Erdflächen rund um den Stamm eines Baumes, die in der Stadt meist zwischen Fahrbahn und Gehsteig vorkommen.

Kann ich das Dach von Gartenhütte und Carport begrünen, ohne dass es undicht wird?

Eine Dachbegrünung braucht genauso wie jedes andere Dach eine solide Abdichtung. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten: Kautschukfolien sind ebenso günstig wie Polyethylen- und Polypropylenfolien. Wichtig ist, dass wir keine Folien mit klimaschädlichen Weichmachern verwenden. Auf die Folie kommt ein Dränvlies als mechanischer Schutz und Wasserspeicher. Dann kann es schon losgehen!

Erfahre hier mehr: Dachbegrünung selber bauen

Aber eine Dachbegrünung ist nur bei Flachdächern möglich?

Auch auf Dächern mit bis zu 20 Prozent Neigung können bunte Blumenwiesen entstehen. Bei höherer Steilheit ist es wichtig, einen trittsicheren Lattenrost etwa mit Dachlatten zu bauen. Als Verbindung können Kabelbinder helfen. Es gibt bereits langjährige Erfahrungen mit dieser Art der Begrünung.

Wie begrüne ich mein Dach richtig, ohne dass ein Wald entsteht?

Es gibt auch in der Natur waldfreie Standorte wie Serengeti, Dobrudscha oder die Hundsheimer Berge. Davon können wir lernen und wenn wir die richtigen Gräser- und Kräutersamen am Dach aussähen, kann sich eine große Vielfalt entwickeln: schön für uns und lebensnotwendig für Schmetterlinge und Käfer.

Kann ich wirklich eine Steppenwiese auf dem Dach haben, ohne dass überall Bäume wachsen?

Der Substrataufbau ist entscheidend, ob sich ein Felsrasen, eine Steppenwiese oder ein Wald entwickeln kann. Dazu ist es wichtig, dass wir auf dem Dach nur so viel Substrat aufbringen, dass es mehrfach jährlich im Sommer durchtrocknet und dann alle Gehölzkeimlinge absterben, die vielleicht als Samen mit dem Wind herangeblasen wurden. So entsteht eine neue Steppe mitten in der Stadt.

Und was bringt so eine Dachbegrünung jetzt wirklich?

Jedes Gründach kühlt die Luft, mindert die Sommerhitze, filtert Feinstaub, hält oft mehr als die Hälfte des Regenwassers zurück und ist damit einer der wichtigsten Bausteine in der Klimaanpassung unserer Städte. Wir isolieren außerdem die darunterliegenden Räume. Gerade Zimmer unter Flachdächern werden im Sommer ausgesprochen heiß. Besonders wichtig ist aber die Schaffung neuer Blühflächen.

Erfahre hier mehr: Leben am und unter dem Dach

Ist die Honigbiene alleine für die Bestäubung verantwortlich?

Es gibt nur eine Honigbienenart aber etwa 700 Wildbienenarten in Österreich. Ohne Wildbienen hätten wir ein ernstes Problem bei der Bestäubung von Obst- und auch vielen Wildpflanzen. Es sind hunderte Pflanzenarten, die auf Bestäubung angewiesen sind.

Warum gibt es in Bratislava viele Mauersegler?

Die Stadt Bratislava fördert schon seit vielen Jahren intensiv die alljährlich im Frühjahr eintreffenden Luftakrobaten. Ebenso wie in Wien gibt es viele Gebäude aus der Gründerzeit, die in Vorsprüngen und Nischen Brutplätze bieten. Im Zuge der thermischen Sanierung werden vielfach neue Ersatzlebensräume geschaffen.

Wie lange gibt es bereits den Tag der Artenvielfalt?

Im Jahr 2000 wurde der erste Tag der Artenvielfalt in der Stadt Wien veranstaltet. Seitdem sind jährlich interessierte BürgerInnen mit WissenschafterInnen gemeinsam in die Natur gezogen und haben die Artenvielfalt Wiens erforscht. 2019 wurde gemeinsam mit Bratislava der erste grenzüberschreitende Tag der Artenvielfalt veranstaltet.

Ist jedes Wildbienenhotel gleich gut geeignet?

Damit sich Wildbienen und andere Insekten im neuen Wohnbau wohlfühlen können, sollten wir ein paar Grundsätze einhalten: Die Ansprüche der Wildbienen sind sehr vielfältig, weshalb wir ihnen auch ein vielfältiges Angebot anbieten sollten. Manche brauchen horizontale, andere wiederum vertikale Erdflächen. Viele andere suchen nach hohlen Stängeln und Bohrlöchern in altem Holz.

Erfahre hier mehr: Insektennisthilfe als Wohnstätte

Wer oder was ist die Rostrote Mauerbiene?

Die Rostrote Mauerbiene ist das Insekt des Jahres 2019. Zum Glück gehört sie zu den häufig vorkommenden Arten, die wir im Frühjahr beobachten und in unserem Umfeld auch ansiedeln können.

Wo und wie leben Bienen?

Die Honigbiene ist die einzige heimische Bienenart, die als Volk überwintert. Alle anderen haben einjährige Zyklen. Dabei gibt es aber viele Arten, die Völker bilden wie die Hummeln, die ja auch zu den Bienen gehören. Der Großteil jedoch lebt allein, aber trotzdem gerne in Kolonien. Die Hälfte der Wildbienen sind bodenbewohnende Arten, die einzeln in kleinen Erdlöchern ihre Nester anlegen.

Warum eigentlich kein Rasenroboter?

Der Roboter reagiert auf Hindernisse meist zu wenig sensibel. Nächtlicher Einsatz ist dabei am gefährlichsten. Igel, Blindschleichen, Kröten und viele Kleintiere können zu Schaden kommen!

Tipp: Eine Alternative zum Rasen (und zum Rasenroboter) ist der Blumenrasen. Hier werden Kräuter wie Gänseblümchen und co. zugelassen und man mäht nur 5 bis 7 mal pro Jahr. Spart viel Zeit und Geld & fördert Artenreichtum.